Schwangerschaft und Flucht

Modellprojekt  "Schwangerschaft und Flucht"

Das Donum Vitae-Projekt "Schwangerschaft und Flucht" wird gefördert durch den Bund. Deutschlandweit sind Mitarbeiterinnen an derzeit 26 Standorten in dem Modellprojekt, welches auf insgesamt drei Jahre (bis April 2019) angelegt ist, tätig. Das verantwortliche Ministerium ist das BMFSFJ, Abteilung Gleichstellung. Die Projektentwicklung wurde angestoßen durch die Politik; die Ausgestaltung oblag der Donum Vitae-Bundesgeschäftsstelle.

Die inhaltliche Ausrichtung erstreckt sich gemäß Kernauftrag auf die aufsuchende Beratung schwangerer Frauen, mit der konkreten Zielgruppe geflüchteter Frauen, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Die Beschreibung der Tätigkeit im Auftrag der Frau und zum Schutz der Frau lässt Spielraum u.a. für den Einbezug des Familiensystems, der Nachsorge und sexualpädagogischer Angebote. Ziel ist es, dass die bewährten Angebote der deutschen Schwangerschaftsberatung im Sinne der §§ 2, 5 und 6 SchKG für die besondere Zielgruppe der schwangeren Flüchtlingsfrauen und ihrer ungeborenen Kinder zugänglich gemacht werden.
Eine individuelle Bedarfsanalyse erfolgt vor Ort im Sinne der Nutzung und Ergänzung bestehender Strukturen. Die aufsuchende Beratung stellt hierbei ein eigenständiges Beratungsformat dar, welches im Rahmen der Richtlinien des Modellprojektes des Bundes seine Ausrichtung erfährt. Zentral ist die Ergänzung bestehender Angebote, die durch die Komm-Struktur der Beratungsstellen nicht abgedeckt werden können. Die aufsuchende Beratung kann in Erstaufnahme- und Wohneinrichtungen, Notunterkünften oder häuslichem Umfeld, ebenso wie in Kooperation mit unterschiedlichen Institutionen in den dortigen Räumlichkeiten oder an anderen wohnortnahen Standorten erfolgen. Die Beraterinnen übernehmen eine Lotsenfunktion in das bestehende Beratungsnetz, das Herstellen von Kontakt und ggf. Begleitung in weiterführende Beratung und Hilfsangebote vor Ort. Ein wichtiger Auftrag des Projektes ist dabei die gute Kooperation mit allen Angeboten und Trägern vor Ort, vor dem Hintergrund einer passgenauen Weiterleitung und Vernetzung im Sinne des Adressatenkreises.

Die jeweilige Ausgestaltung ist an die spezifischen Bedingungen vor Ort angepasst. Am Standort Saarland ist die Donum Vitae-Schwangerenberaterin Frau Eva Diener (Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin B.A.) mit einem für das Bundesprojekt zusätzlich bereitgestellen Stellenumfang von 19,5 Wochenstunden tätig.
Mit Blick auf ihre Qualifikation als Schwangerenberaterin deckt Frau Diener neben der Lotsenfunktion das gesamte Spektrum der Leistungen der Schwangerenberatung ab (u.a. Schwangerenkonfliktberatung gemäß § 219 StGB, Beantragung und Bewilligung finanzieller Mittel über die Bundesstiftung Mutter und Kind). Dies beinhaltet auch die sexualpädagogische Präventionsarbeit und lässt im Rahmen des Modellprojektes Spielräume zu, wie beispielsweise eine Kooperation mit Hebammen im Zuge von Gruppenangeboten für schwangere geflüchtete Frauen.